- Autor: Novy
- Art der Story: Slash, Lemon
- Hauptpersonen: Bill, Georg (und der Rest der TH-Bande ;))
- Rating: PG 16
- Warnungen: –
- Disclaimer: Die gesamte Story ist frei erfunden, keiner der Charas, die echt existieren, gehören mir, ebenfalls keine Orte
- Claimer: Jimmy, die Idee allgemein
- Summary:-
„Du bist spät heute!“, stellte Georg Listing grinsend fest, als er die Tür geöffnet hatte. Sein Gegenüber verdrehte die Augen; in Georgs Augen die schönsten Augen überhaupt. „Tom hat mich aufgehalten.“, erklärte Bill Kaulitz und trat in das Zimmer, woraufhin Georg die Tür wieder abschloss und sich zu ihm drehte. „Mein Brüderchen hatte ja solchen Liebeskummer und musste sich ausheulen… Tja, ich hab ihn gewarnt… Wenn er unbedingt was mit Fans haben muss ist er selber schuld…“ Bill strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und lächelte. Er trat einen Schritt auf den ebenfalls lächelnden Georg zu, und sie küssten sich leidenschaftlich. „Konntest du ihn wenigstens beruhigen?“, fragte Georg, während er Bill an den Händen nahm und ihn zu seinem Bett zog. „Na ja, so halbwegs. Ist jedenfalls wieder abgehauen.“, erzählte Bill und begann wieder damit, Georg zu küssen. Georg legte seine Arme um ihn und streichelte sanft über Bills Rücken. Bills Lippen wanderten zu Georgs Hals, während er seine eine Hand unter dessen T-Shirt schob und mit der anderen durch Georgs Haare fuhr. Georg nahm den Saum von Bills T-Shirt und zog es ihm über den Kopf. Weiterhin streichelte er sanft Bills Rücken. Bill hatte inzwischen Georgs T-Shirt hoch geschoben und bedeckte seinen Oberkörper mit kleinen Küssen, während er seine Hand in dessen Boxershorts gleiten liess. Georg stöhnte leise auf. Er vergrub seine Hände in Bills Haaren. Bill lächelte und küsste sich weiter hinunter, was Georg beinahe um den Verstand brachte. Er krallte sich in Bills Haaren fest, sein Atem wurde schneller. Bill war inzwischen zwischen seinen Beinen angelangt und hatte Georgs bestes Stück mit seinen Lippen umschlossen. Mit der Zunge strich er sanft über die Spitze. „Verdammt, Bill…“, entfuhr es Georg. Er hatte das Gefühl, jeden Moment innerlich zu explodieren, wenn Bill so weitermachte. Kurz richtete er sich auf und packte Bills Schultern, zog ihn zu sich hoch und drehte sich um. Noch immer lächelte Bill. Georg fuhr mit seinen Lippen sanft über Bills Brust. Mit der Hand strich er über Bills Oberschenkel. Bill keuchte leise auf, als Georgs Hand wieder nach oben strich und zwischen seinen Beinen liegen blieb. Georg bewegte sie langsam auf und ab. Bills Herz klopfte so laut, als ob es jeden Moment zerspringen würde, und sein Atem wurde schneller. Georg fuhr mit seiner Hand wieder hoch und zog Bills Boxershorts hinunter. Seine Zunge umspielte Bills Bauchnabel, bevor er sie tiefer Regionen von Bills Körper erforschen liess. Bill stöhnte leise auf. „Nicht aufhören…“ Das liess sich Georg nicht zweimal sagen. Er intensivierte das Spiel mit Zunge und Lippen, während Bills Atem schneller und schneller wurde. Er warf seinen Kopf nach hinten, und mit einem letzten aufstöhnen erschlaffte sein Körper. Noch immer hob und senkte sich seine Brust schnell, schien sich aber langsam zu beruhigen. Georg robbte nach oben und schmiegte sich an Bill, welcher ihn leidenschaftlich küsste. Noch immer lächelte Bill. „Ich liebe dich! Ganz egal was auch passiert!“, flüsterte er in Georgs Ohr. Dieser schloss ihn ebenfalls lächelnd in die Arme. „Ich liebe dich auch, und ich will dich niemals verlieren!“, flüsterte er zurück. Eng aneinander gekuschelt schliefen die beiden schliesslich ein. Um 7:00 Uhr morgens klingelt Georgs Wecker. Georg schaltete ihn etwas vor sich hin murmelnd aus und knipste das Nachttischlämpchen an. Er kniff die Augen zusammen und liess sich noch einmal kurz in sein Kissen zurückfallen, bevor er sich aufrichtete. Bill schlief noch immer tief und fest, und es tat Georg leid, ihn aufwecken zu müssen. Sanft streichelte er ihm über die Wange und küsste ihn vorsichtig. Bill begann sich zu regen. Er öffnete die Augen, und als er Georg sah, lächelte er. „Morgen!“, flüsterte er. „Morgen.“, antwortet Georg, „Du solltest wohl langsam in dein Zimmer zurück.“ Bill verzog das Gesicht. „Jetzt, wo es gerade so schön gemütlich war…“, meinte er und umarmte Georg. Dann kletterte er verschlafen aus dem Bett, suchte seine Kleider zusammen, zog sich an und ging zur Tür. Während er sie öffnete, drehte er sich noch einmal zu Georg um. „Bis später!“ Er lächelte noch einmal und ging dann aus dem Zimmer. Georg sah noch eine Weile auf die geschlossene Tür, bevor er sich wieder in die Kissen fallen liess und weiterschlief.
Das nächste, was Georg mitbekam, war ein Poltern an der Zimmertür. „Georg, du Penntüte! Jetzt steh schon auf!“, hörte er Toms Stimme von der Tür. Georg drehte sich auf die Seite und schaltete das Licht ein. Sein Wecker, welcher er nicht eingeschaltet hatte, zeigte 08:15 Uhr. Georg schloss noch einmal die Augen. Einige Sekunden später stand er auf und zog sich an. Dann ging er aus dem Zimmer in den Speisesaal hinunter, wo Gustav, Bill und Tom bereits am Tisch sassen. „Morgen.“, murmelte er und setzte sich auf den freien Stuhl neben Tom. „Morgen!“, antwortete Gustav fröhlich, während Bill und Tom weiterhin schwiegen und lustlos auf ihren Brötchen rumknabberten. Georg nahm sich ebenfalls ein Brötchen und begann zu essen. Tom stand auf. Er murmelte etwas von „Tasche packen“ und ging dann aus dem Zimmer. Gustav folgte ihm nach einigen Minuten, sodass Bill und Georg alleine zurückblieben. Sie lächelten einander kurz zu und standen dann ebenfalls auf. Schweigend gingen sie in ihre Zimmer zurück. „Aaah, verdammt!“, fluchte Bill, als sich der Reissverschluss seiner Reisetasche auch beim dritten Versuch nicht schliessen liess. „Brauchst du Hilfe?“ Bill drehte sich. Georg stand im Türrahmen und grinste. Bill sah ihn dankbar an. Er stand auf. „Kannst du mal versuchen, ob du meine Tasche zukriegst?“, fragte er und trat einige Schritte zurück. „Klar!“, meinte Georg lächelnd. Er schloss die Zimmertür und stellte seine Reisetasche, welche er über der Schulter trug, davor. Dann ging er zu Bills Tasche und kniete sich vor ihr auf den Boden. Er zog und zerrte an den Reisverschlüssen, welche sich keinen Millimeter bewegten. Schliesslich sah er Bill grinsend an. „Setz dich mal drauf!“, meinte er. Bill sah ihn einen Moment überrascht an und tat dann, was ihm befohlen wurde. Endlich liess sich der Reissverschluss schliessen. „So, geschafft!“, verkündete Georg grinsend. Bill lächelte und umarmte ihn. „Danke!“, meinte er und küsste Georg sanft, „Was würde ich nur ohne dich machen!“ Georg grinste. „Nun, wahrscheinlich würdest du immer noch fluchend vor deiner Tasche sitzen.“, meinte er und umarmte Bill. Kurz darauf versuchte jemand, die Zimmertür zu öffnen, was jedoch nicht ging, da Georgs Tasche davor stand. Georg grinste und stand auf. Dann zog er seine Tasche zur Seite. Die Tür flog auf, und Tom kam ins Zimmer. „Na, seid ihr fertig?“, meinte er grinsend. Bill und Georg nickten. Gleich darauf erschien auch Gustav in der Tür. Bill und Georg schnappten ihre Taschen und gingen aus dem Zimmer. Eine halbe Stunde später sassen die vier bereits im Tourbus, unterwegs zum nächsten Konzert. Die Fahrt dauerte vier Stunden, bevor sie die Stadt erreichten. Bereits standen Hunderte von Fans vor den Eingängen einer völlig ausverkauften Konzerthalle und warteten auf die Türöffnung. Doch da es noch einige Stunden dauerte, bis das Konzert beginnen würde, wurden Gustav, Georg, Bill und Tom zuerst in ihr Hotel gefahren, damit sie sich noch ein wenig von der Fahrt erholen konnten. Georg schloss die Tür zu seinem Zimmer auf und stellte seine Tasche auf den Boden. Er liess sich erst mal auf sein Bett fallen und blieb einige Minuten regungslos liegen. Dann machte er sich daran, das Hotelzimmer zu erkunden. Es handelte sich um ein grosses, nobel eingerichtetes Doppelzimmer mit einem kleinen Balkon, von dem man Ausblick auf einen Fluss hatte, auf dem ab und zu kleinere und grössere Motorbote vorbeifuhren. Georg öffnete die Tür und trat hinaus. Er atmete tief ein. In der Nähe war Verkehrslärm zu hören. Georg begann zu frösteln und ging wieder ins Zimmer. Als nächstes öffnete er die Tür, welche ins Bad führte. Er schaltete das Licht ein. Das Badezimmer war, im Gegensatz zum restlichen Zimmer, ziemlich schlicht. Alles war in weiss gehalten, und neben dem Waschbecken hingen frische Handtücher und Waschlappen. Georg sah sich das Bad kritisch an und ging dann wieder ins Zimmer zurück. Als nächstes öffnete er einen Schranktür, hinter der sich die Minibar befand. Georg grinste. Neben dem üblichen Inhalt einer Minibar erhielt sie einige Dosen Red Bull und eine Flasche Cola light, welche Georg sogleich herausholte. Er griff zudem noch nach einem Glas, und nach einigem überlegen nahm er noch eine Büchse Red Bull aus der Bar. Da er die Hände voll hatte, liess er die Tür der Minibar einfach zufallen und stellte die Sachen auf einen kleinen runden Tisch in der Nähe des Fensters. Dann goss er sich ein Glas Cola ein und setzte sich auf einen Stuhl. Erwartungsvoll blickte er zur Tür, welche sich wenige Sekunden später öffnete. Bill, von einem Ohr zum anderen grinsend, kam herein und schloss die Tür hinter sich ab. Er sah sich einen Moment in Georgs Zimmer um, betrat ebenfalls den Balkon und das Bad, bevor er sich zu Georg, welcher inzwischen auf dem Bett lag, gesellte. „Und, ist es grösser?“, fragte Georg spöttisch. Bill schüttelte grinsend den Kopf. „Meins ist genau gleich.“, erklärte er und nahm die Red Bull-Dose, welche Georg ihm hinhielt. Er öffnete sie und nahm einen grossen Schluck. „Gusti und Tom sehen sich gerade das Hotel an. Ich hab ihnen gesagt, ich will noch etwas pennen.“, erklärte er und kuschelte sich an Georg. Dieser legte seinen Arm um ihn. „Denkst du, sie ahnen was?“, fragte er und sah Bill ernst an. Dieser schüttelte den Kopf. „Ich glaube nicht… Ich meine, wie auch? Es hat uns ja nie wer erwischt oder so…“ Georg zuckte mit den Schultern. „Ich dachte nur, weil wir immer hier bleiben wenn sie was machen. Das ist ja bestimmt auffällig…“ Bill streichelte ihm über die Wange. „Mach dir keine Sorgen, Süsser!“, meinte er und küsste Georg sanft. Dieser entspannte sich sofort und vergass seine Sorgen.
Gegen 16:00 Uhr gab Bill Georg einen Abschiedskuss und ging in sein eigenes Zimmer zurück. Georg blieb noch eine Weile auf seinem Bett liegen, bevor er aufstand und kurz unter die Dusche sprang. Danach zog er die Kleider für den bevorstehenden Auftritt an, stylte sich und machte sich gegen 17:00 Uhr auf den Weg in die Hotellobby. Im Flur begegnete er Bill, und gemeinsam gingen sie nach unten. Einige Minuten später kamen auch Gustav und Tom, und sie wurden von ihren Bodyguards zum Tourbus geführt. Nach ungefähr zehn Minuten erreichten sie die Konzerthalle und wurden in ihre Garderobe geführt. Die vier alberten herum, und schliesslich machten sie sich auf den Weg zur Bühne. Es dauerte noch ungefähr zehn Minuten, bis das Konzert beginnen würde. Sie waren kurz vor dem Eingang zum Raum direkt hinter der Bühne, man konnte die Fans bereits kreischen hören. Georg wollte gerade eintreten, als ihn jemand am Oberarm packte und in einen dunklen Zwischengang zog. Gleich darauf küsste ihn jemand leidenschaftlich. Ohne etwas zu sehen wusste Georg, wer es war und erwiderte den Kuss. Er grinste. „Tut mir Leid, aber das musste sein…“, meinte Bill leise und streichelte über Georgs Wange. Georg lächelte und zog Bill an sich. „Du bist süss!“, meinte er, und Bill lachte leise. Gleich darauf liess er Georg los und verschwand im Raum. Georg blieb noch eine Weile an die Wand gelehnt stehen und ging dann ebenfalls hinter die Bühne. Keiner schien bemerkt zu haben, dass er und Bill für einen Moment verschwunden waren. Er bekam seinen Bass in die Hände gedrückt und wurde auf die Bühne geschickt. Noch immer hatte er ein Kribbeln im Bauch, welches von Bills Kuss ausgelöst wurde. Sie begannen zu spielen, und gleich darauf ertönte Bills Stimme aus den Lautsprechern. Zwei Stunden später war alles vorbei. Die Halle war wie ausgestorben, und nur noch der Müll, welcher herumlag, erinnerte daran, dass vor wenigen Minuten ein Konzert der zu Zeit erfolgreichsten Band Deutschlands stattgefunden hatte. Bill, Tom, Georg und Gustav sassen bereits wieder im Tourbus auf dem Rückweg zum Hotel, vor dem bereits eine Horde Fans auf sie warteten. Nach einigen hundert Fotos, Autogrammen und kurzen Gesprächen mit den Fans durften die vier endlich ins Innere der Hotels. Gustav, Tom und Bill waren noch völlig aufgekratzt, aber Georg hatte das Gefühl, jeden Moment im Stehen einzuschlafen. Sie blieben im Eingansbereich stehen, und Georg bekam nicht wirklich mit, worüber die anderen redeten. „Georg, kommst du auch noch was trinken?“, wandte sich Gusti schliesslich direkt an ihn. Georg schüttelte den Kopf. „Ich will nur noch ins Bett.“, meinte er. Bill sah ihn besorgt an, doch Georg gab ihm mit einem Blick zu verstehen, dass alles in Ordnung war. Er ging die Treppe hoch, welche ihm endlos erschien, und warf sich schliesslich in seinem Zimmer aufs Bett. Das Konzert hatte seine gesamte Energie benötigt, und er hatte das dringende Bedürfnis, mindestens zwölf Stunden durchzuschlafen. Aber da er noch damit rechnete, dass er Besuch von Bill erhalten würde, füllte er sein Glas mit Cola und schaltete den Fernseher ein. Es fiel ihm schwer, die Augen offen zu halten. Schliesslich döste er kurz ein und wachte kurz darauf auf, weil es an seine Tür klopfte. Er schaute erwartungsvoll zur Tür, doch es passierte nichts. Schliesslich klopfte es erneut. Georg stand auf und öffnete mit einem „Wieso kommst du denn nicht rein?“ die Tür. Doch dann riss er überrascht die Augen auf. „Oh, ähm… Ich dachte, du wärst jemand anderes…“, meinte er und wurde leicht rot im Gesicht. Sein Gegenüber, Bodyguart Jimmy, grinste. „Du hast dich wohl in der Tür geirrt.“, meinte Georg freundlich und wollte die Tür wieder schliessen, doch Jimmy hielt seinen Fuss zwischen die Tür. „Was soll das?“, fragte Georg empört. Jimmy stiess die Tür auf, und Georg trat erschrocken einige Schritte zurück. „Was willst du hier?“, fragte er und versuchte, mutig zu klingen. „Ich muss da mal was mit dir besprechen.“, meinte Jimmy und schloss die Zimmertür ab. Den Schlüssel steckte er in seine Hosentasche. Georg beobachtete ihn misstrauisch. „Es geht um dich und Bill.“, meinte Jimmy und grinste fies. Georg sah ihn ungläubig an. „Du brauchst dich gar nicht rauszureden, ich weis, dass ihr was miteinander hab.“, verkündete Jimmy, „Aber ich nehme an, du willst nicht unbedingt, dass es an die Presse gelangt, oder?“ Er trat auf Georg zu, welcher zurückwich. „Irgendwann würde es sowieso rauskommen.“, meinte Georg und versuchte, gelassen zu klingen. Allerdings konnte er ein Zittern in seiner Stimme nicht verhindern. Jimmy machte noch einmal einige Schritte auf Georg zu, welcher nun an der Wand stand und somit in der Falle sass. Jimmy stand nun direkt vor Georg „Aber du willst doch bestimmt nicht, dass Billy etwas passiert, oder?“, flüsterte er ihm drohend ins Ohr. Georg schüttelte den Kopf, und Jimmy grinste. Er legte seine Hände auf Georgs Oberkörper und strich darüber. „Lass das!“, meinte Georg und versuchte, Jimmys Hände wegzuschieben. Doch bevor er reagieren konnte, hatte auch schon ein Faustschlag sein Gesicht getroffen. „Wenn du mir nicht gibst, was ich brauche, wird Billy was zustossen.“, flüsterte Jimmy. Georg bekam es mit der Panik zu tun. „Und was willst du? Geld?“, fragte er. Doch Jimmy schüttelte den Kopf. „Nein.“, er strich über Georgs Wange, worauf dieser den Kopf wegdrehte. „Ich will nur dich!“ Er legte seine Hände wieder auf Georgs Oberkörper. „Und wenn du dich wehrst…“, meinte er grinsend und strich mit seinen Händen abwärts, „Wird dir der Schlag von vorhin wie ein sanftes Streicheln vorkommen… Und jetzt los, zieh dich aus!!“
Georg kniete hustend und würgend vor der Kloschüssel. Er zitterte am ganzen Körper. Es hatte Jimmy längst nicht gereicht, ihn überall zu berühren, sondern plötzlich seine Hose aufgemacht und Georgs Kopf nach unten gedrückt. Dabei sprach er Drohungen aus, die er, wie Georg am eigenen Leib erfahren hatte, sogar sehr ernst meinte. Georg hatte getan was er verlangte, sich sein T-Shirt wieder übergezogen und auf dem direkten Weg ins Bad gerannt. Hätte Jimmy nur ihn bedroht, wäre er auf dem direkten Weg zur Polizei gegangen, doch da er gedroht hatte, Bill etwas anzutun, würde dies nicht in Frage kommen. Lieber setzte er sich den Schlägen und anderen Demütigungen von Jimmy aus, als dass er riskieren würde, dass Bill etwas zustösst. Georg hörte Schritte hinter sich, und gleich darauf eine Hand, die seinen Rücken berührte. Er zuckte zusammen. „Hey, ist alles OK?“, hörte er Bill sagen. Er drehte sich um und sah in dessen besorgtes Gesicht. Erleichtert nickte er. Bill stand auf und füllte eines der Zahngläser mit Wasser. Er reichte es Georg, welcher sich den Mund ausspülte, einige Schlucke trank und dann immer noch zitternd aufstand. Bill nahm ihn am Arm und führte ihn zum Bett. Georg legte sich hin und zog die Decke bis zum Hals. Noch immer zitterte er. Bill setzte sich zu ihm ans Bett und strich ihm durch die Haare. Noch immer sah er besorgt aus. „Ich glaube, ich gehe besser wieder in mein Zimmer… Damit du dich ausruhen kannst.“, meinte er und küsste Georg auf die Stirn. Dann ging er zur Tür, war noch einmal einen besorgten Blick zurück und verliess dann das Zimmer. Als Bill verschwunden war, liefen Georg auf einmal Tränen über die Wangen, und er schluchzte leise in sein Kopfkissen. Erst jetzt realisierte er richtig, was eigentlich passiert war, und bekam ein schlechtes Gewissen. Ich habe ihn betrogen…, schoss es ihm durch den Kopf, Bill hat so was wie mich nicht verdient… Georg machte die ganze Nacht kein Auge zu. Als er um acht Uhr aufstand und in den Spiegel sah, hätte er sich beinahe nicht wiedererkannt. Er war total bleich im Gesicht und hatte tiefe Ringe unter den Augen. Auf seiner Wange hatte sich von Jimmys Schlag ein blauer Fleck gebildet und er hatte noch keine Ahnung, wie er diesen verbergen sollte. Gerade als er sich fertig angezogen hatte und begann, seine Sachen in die Tasche zu stopfen, klopfte es an die Tür und Bill kam hinein. Noch immer sah er besorgt aus. „Na, geht’s dir wieder besser?“, fragte er. Georg nickte und vermied es möglichst, Bill anzusehen. Dieser kam auf ihn zu und ging neben ihm in die Knie. Dabei legte er seinen Arm um Georg, was diesen zusammenzucken liess. „Du siehst schlecht aus.“, meinte Bill, als er sah, wie bleich Georg war. „Ist irgendwas?“, fragte er schliesslich, als er bemerkte, dass Georg Blickkontakt vermied. Georg senkte den Kopf und starrte einige Sekunden auf seine Tasche. Dann stand er auf. „Bill, ich… Es geht nicht mehr mit uns.“, meinte er und wich Bills Blicken aus. Dieser starrte ihn erschrocken an; er hatte mit allem gerechnet, nur nicht damit… „Aber… Warum?“, meinte er und klang verzweifelt. Georg schwieg und starrte auf seine Füsse. „Sag doch endlich, was los ist!!“, schrie Bill ihn an, was Georg die Tränen in die Augen trieb. „Ich… ich liebe jemanden anderes.“, brachte Georg schliesslich hervor. Bill sah ihn entsetzt an, Tränen liefen über seine Wangen. „Wie lange schon?“, fragte er kühl, doch seine Stimme zitterte. „Ein paar Wochen, vielleicht ein Monat.“, meinte Georg und wandte sich wieder seiner Tasche zu. Bill sah ihn an, er bewegte seine Lippen, ohne dass ein Wort rauskam. Dann drehte er sich um und ging zur Tür. Bevor er aus dem Zimmer ging, drehte er sich noch einmal um. „Ich hasse dich!“ Georg rührte sich nicht. Erst das Zuknallen der Zimmertür liess ihn aus seiner Starre erwachen. Mit zitternden Händen packte er die restlichen Sachen ein. Inzwischen liefen auch ihm Tränen über die Wangen. Bis zur letzten Minute blieb er in seinem Zimmer und reagierte auch nicht, als Tom an die Tür klopfte, um ihn zum Frühstück zu holen. Er würde Bill so gut wie möglich ausweichen, auch wenn dies in manchen Situationen unmöglich werden würde. Georg legte sich noch einmal in sein Bett und liess seinen Tränen freien Lauf. Erst als es nur noch wenige Minuten dauerte bis sie losfahren würden, schulterte er seine Tasche und ging in die Lobby hinunter.
Bill ging auf dem direkten Weg in sein Zimmer zurück und warf sich aufs Bett. Noch immer konnte er nicht glauben, was Georg ihm soeben gesagt hatte. Es geht nicht mehr mit uns. Ich liebe einen anderen. Die Worte schwirrten wieder und wieder durch seinen Kopf. Er presste sein Gesicht ins Kopfkissen. Bitte lieber Gott, lass das alles nur ein Traum sein!! flehte er in Gedanken. Wie durch dichten Nebel bekam er mit, dass es klopfte und sich die Zimmertür öffnete. Tom trat ein und starrte verwundert auf seinen Bruder. Langsam ging er zu ihm und setzte sich neben ihm aufs Bett. Er legte seine Hand auf Bills Rücken. „Hey Kleiner, was ist los?“, fragte er. Bill hob den Kopf und wischte sich Tränen aus dem Gesicht. Tom sah ihn fragend an. „Ist ne lange Geschichte.“, meinte er, „Und ich weiss nicht, ob du es verstehen würdest…“ Er drückte sein Gesicht wieder ins Kissen. Tom strich ihm über den Rücken. „Versuchs einfach.“, meinte er. Bill nickte und erzählte Tom die ganze Geschichte. Er erfuhr, wie Bill mit Georg zusammen gekommen war, was bereits mehr als ein halbes Jahr her war. Von seinen nächtlichen Besuchen in Georgs Hotelzimmer und wie sie die Nachmittage verbrachten. Komischerweise schien Tom nicht sonderlich überrascht. Als Bill erzählte, wie Georg Schluss gemacht hatte, ballte Tom die Faust. „Nachdem, was du mir gerade erzählt hast, kann ich kaum glauben, dass er jemanden anderes liebt.“, meinte er, und Bill nickte. „Aber wieso macht er dann so was? Das passt doch überhaupt nicht zu ihm“, meinte er und sah Tom verzweifelt an. Tom zuckte mit den Schultern. „Wenn du willst, versuch ich mal mit ihm zu reden.“, schlug er vor. Bill sah ihn dankbar an. „Und jetzt komm runter, sonst hat Gusti das Buffet ohne uns leer gegessen.“ Die nächsten Tage waren schrecklich für Georg. Er mied den Kontakt zu den anderen Bandmitgliedern, redete mit niemandem mehr, und Jimmy kam fast jeden Tag vorbei und „wollte ihn haben“. Er wurde immer brutaler und rücksichtsloser, sodass sich Georg nach einer Weile nur noch mit Pullovern unter Leute traute, damit keiner die blauen Flecke an seinen Armen bemerkte. Nachts schlief er kaum noch, und die Ringe unter seinen Augen wurden tiefer und tiefer. Jimmy schien es Spass zu machen, ihn zusammenzuschlagen, sodass er oft kaum wusste, wie er sich hinsetzten oder –legen sollte, damit er keine Schmerzen hatte. Auch auf der Bühne fiel es ihm immer schwerer, die richtigen Töne zu treffen, und der Manager machte sich ernsthafte Sorgen um die Zukunft der Band, wenn das so weitergehen würde… Wenn er Bill über den Weg lief, versetzte ihm dies jedes Mal einen Strich, zumal Bill ihn komplett ignorierte und ihm aus dem Weg ging. Aber ich habe es nicht anders verdient. Bill ging es ebenfalls nicht besonders gut. Er machte nachts kein Auge zu und ass kaum noch was. Noch immer konnte er nicht glauben, dass Georg jemanden anderes liebte, denn auch dieser sah immer schlechter aus. Tom hatte bisher nicht mit ihm geredet, können, da sich nie eine günstige Gelegenheit geboten hatte. Bill glich immer mehr einer wandelnden Leiche, er war bleich und sein Gesicht war total eingefallen. Er lächelte kaum noch, und wenn, bemerkte jeder, der ihn etwas besser kannte, dass es ein künstliches Lächeln war. Inzwischen wusste auch Gustav bescheid; Tom hatte es ihm erzählt. Die beiden hatten bereits seit längerem geahnt, dass zwischen Bill und Georg etwas war, waren aber dennoch überrascht, als sich dieser Verdacht bestätigte. Einige Tage später bot sich Tom endlich eine Möglichkeit, mit Georg zu reden. Es war ein freier Tag, an dem kein Konzert stattfinden würde. Dennoch waren die vier Jungs bereits im Hotel, damit sie nicht mehr allzu weit fahren mussten. Georg lag auf seinem Bett und starrte die Zimmerdecke an, was in der letzten Zeit zu einer seiner Hauptbeschäftigungen geworden war. Er erinnerte sich dabei an die Zeit, in der er noch mit Bill zusammen war. Zum ersten Mal seit Beginn seiner Karriere bei Tokio Hotel dachte er darüber nach, aus der Band auszusteigen. Bestimmt würde es leichter sein, wenn Bill nicht mehr sehen würde. Und ausserdem hätte Jimmy so auch keine Möglichkeit mehr, sich an ihm zu vergehen…
Es klopfte an die Zimmertür, und Georg schreckte aus seinen Gedanken hoch. Panik überkam ihn, doch ein Blick auf seine Uhr liess ihn aufatmen; es war noch zu früh, dass Jimmy auftauchen würde. Die Tür ging auf, und Tom kam hinein. Er sah ziemlich ernst aus. Georg blickte kurz auf und liess seinen Kopf wieder aufs Kissen fallen. Tom schloss die Tür und setzte sich zu Georg aufs Bett. „Was willst du?“, fragte Georg und sah Tom fragend an. „Ich will wissen, wieso du Bill wirklich verlassen hast.“, meinte Tom ohne Umschweife. Georg riss die Augen auf und setzte sich hin. „Woher weißt du…“, begann er, doch Tom schnitt ihm das Wort ab. „Er hat es mir erzählt. Aber wir glauben nicht, dass du dich wirklich in jemanden anderes verliebt hast.“ Georg senkte den Kopf, und Tom legte ihm die Hand auf die Schulter. „Komm schon, was ist los?“ Doch Georg schüttelte den Kopf. „Ich kann nicht.“ „Und wieso nicht?“ „Weil er… Weil er sonst Bill was antut.“ Georgs Hände begannen zu zittern. „Wer?“, meinte Tom und sah Georg eindringlich an, „Wenn du uns nicht sagst, wer es ist, können wir dir nicht helfen. Vertrau mir doch, wir sind doch Freunde, oder?“ Georg reagierte nicht. „Oder?“, fragte Tom noch einmal. Georg nickte zögernd. Dann begann er zu erzählen. Von Jimmys ersten Besuch, den Drohungen und dem, was er mit ihm anstellte. Von den Schlägen und blauen Flecken. Und seiner Angst, dass er Bill vielleicht trotzdem etwas antun würde. Am Ende zitterte er am ganzen Körper. Tom war während Georgs Erzählungen aufgesprungen. Seine Wut war so ziemlich ins Unermessliche gestiegen. „Wenn mir diese Schwein über den Weg läuft…“, knurrte er und setzte sich wieder zu Georg aufs Bett. „Bill und Gusti sind in meinem Zimmer. Wenn du willst rede ich mit ihnen.“, schlug Tom vor, „Du kannst bestimmt bei einem von uns pennen.“ Georg nickte. Tom lächelte ihm noch einmal aufmunternd zu und ging dann aus dem Zimmer. Georg begann, seine Sachen einzupacken. Langsam bekam er wieder Hoffnung, dass alles gut werden würde. Georg machte gerade den Reissverschluss seiner Tasche zu, als die Zimmertür aufflog. Er drehte sich um und sah Jimmy vor sich stehen. Er schien zu kochen vor Wut. „Denkst du etwa, ich mache Witze?“, schrie er und packte Georg am Kragen, „Du hast wohl noch nicht genug Schmerzen erlitten, was? Na warte, dir werd ichs zeigen! Was fällt dir ein, irgendwem davon zu erzählen?“ Er holte aus und schlug Georg ins Gesicht, wieder und wieder. Blut floss aus seiner Nase. Er war unfähig zu schreien, stand unter Schock. Jimmy warf Georg zu Boden und trat auf ihn ein. Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis er von ihm abliess. „Du sagst Tom, dass das alles eine Lüge war, klar? Sonst mach ich mit Bill dasselbe wie ich gerade mit dir gemacht habe, klar?“ Doch Georg reagierte nicht, er war unfähig sich zu bewegen. Jimmy trat noch ein letztes Mal zu und stürmte daraufhin aus dem Zimmer. Komischerweise fühlte Georg keine Schmerzen. Nur das warme Blut, welches ihm übers Gesicht lief. Er stand auf und ging ins Bad, um sich das Blut aus dem Gesicht zu wischen. Doch als er das Licht eingeschaltet hatte, wurde ihm schwarz vor Augen. Wie durch Watte bekam Georg mit, dass jemand seinen Namen rief. Gleich darauf hörte er Schritte, und einen leisen Aufschrei. Er versuchte, die Augen zu öffnen, doch noch immer war er unfähig, sich zu bewegen. Er fühlte, wie ihn jemand berührte, was einen stechenden Schmerz auslöste, doch er war unfähig, etwas zu sagen oder zu tun. Mit einem Mal vernahm er Bills Stimme ganz nahe an seinem Ohr und fühlte seine Hand, die durch seine Haare streichelte. „Es wird alles wieder gut, Süsser!“ Dann wurde es wieder still um ihn herum.
Als Georg das nächste Mal aufwachte, schaffte er es, die Augen zu öffnen. Das verschwommene Bild wurde langsam klarer, und schliesslich erkannte er die besorgten Gesichter seiner Bandkollegen über sich. Er versuchte zu lächeln und wollte sich hinsetzen, doch die Schmerzen liessen weder das eine noch das andere zu. „Bleib liegen!“, meinte Tom. Georg nickte und bemerkte, dass er auf seinem Bett lag. Wie bin ich hierher gekommen?, fragte er sich. Doch bevor er danach fragen konnte, klopfte es. Georg bekam Panik. Was, wenn Jimmy noch einmal zurückkam? Inzwischen hatte Gustav die Tür geöffnet, und eine Ärztin kam zur Tür hinein. Gustav führte sie zum Bett, wo sie sich vorstellte. „Mein Name ist Patricia Fischer, ich bin Ärztin. Können wie mir sagen, was ihnen weh tut?“ „Eigentlich so ziemlich alles…“, sagte Georg mit krächzender Stimme, „Er hat mich ziemlich übel geschlagen und getreten…“ Die Ärztin nickte und schob vorsichtig Georgs Pullover nach oben. Bei jeder Berührung zuckte Georg zusammen und hätte vor Schmerz am liebsten laut aufgeschrieen. Bill stiegen bei Georgs Anblick Tränen in die Augen. Georgs Oberkörper war mit blau-grünen Flecken übersäht. Die Ärztin wandte sich wieder an Georg. „Sie haben ziemlich schwere Prellungen, ich kann leider nicht viel machen. Ich verschreibe ihnen ein Schmerzmittel. Sehr wahrscheinlich haben sie auch eine Gehirnerschütterung, am besten sie bleiben einige Tage liegen und ruhen sich aus.“ „Aber das geht nicht!“, meinte Georg und machte erneut einen Versuch, sich zu setzten. Wieder sank er mit schmerzverzehrtem Gesicht ins Kissen zurück. „Ich muss doch spielen…“, fügte er leise hinzu. Die Ärztin sah ihn ernst an. „Wenn sie sich gut genug fühlen, können sie auftreten, aber ihrem momentanen Zustand nach zu schliessen…“ „Du ruhst dich aus!“, meldete sich Bill zu Wort und versuchte, Georg streng anzuschauen, was ihm jedoch misslang. Georg musste daraufhin lächeln, und Bill drehte seinen Kopf zur Seite. Die Ärztin holte eine Schachtel Tabletten aus ihrem Koffer und legte sie auf den Nachttisch. „Von diesen Tabletten können morgens, mittags und abends eine nehmen. Bei Bedarf auch mehr, aber nicht mehr als fünf pro Tag.“ Georg nickte. „Und sollten ihre Schmerzen schlimmer werden, wäre es möglich, dass sie innere Verletzungen haben und ins Krankenhaus müssen. Ich lasse ihnen meine Nummer hier, falls was ist.“ Georg nickte, und die Ärztin legte eine Visitenkarte auf den Nachttisch. Tom, welcher bisher etwas abseits gestanden war, packte Gusti am Arm und meinte: “Bill und du, ihr habt bestimmt noch eine Menge zu bereden… Wir sind drüben, falls was ist.“ Dann verliessen die Beiden das Zimmer.“ Bill legte sich neben Georg aufs Bett und streichelte durch Georgs Haare. Er seufzte leise. „Ich habe immer gewusst, dass du keinen anderen hast.“, meinte er leise, „Aber ich hätte nie gedacht, dass es so was ist…“ Georg senkte den Kopf. „Was ist jetzt eigentlich mit Jimmy?“, fragte er, noch immer in Panik, dass er noch einmal auftauchen könnte. „Der wurde vorhin von der Polizei abgeführt. Wir werden ihn wohl für einige Jahre nicht zu Gesicht bekommen.“, erklärte Bill. Georg atmete auf. „Und was ist… mit uns?“, fragte er dann leise und traute sich nicht, Bill direkt anzusehen. Bill starrte an die Zimmerdecke. „Das liegt jetzt an dir.“, meinte er leise. Georg sah ihn irritiert an. „Wie meinst du das?“ „Du warst es, der damals Schluss gemacht hat. Ich liebe dich immer noch, aber ich würde verstehen wenn du nach all dem, was nun passiert ist, keine Beziehung mehr willst.“ Er sah Georg in die Augen. Dieser griff nach Bills Hand. „Bill, ich habe das alles doch nur mitgemacht, weil er gedroht hat, dir was anzutun. Natürlich will ich wieder eine Beziehung mit dir, denn ich liebe dich über alles, du bist der einzige, der mir wirklich was bedeutet.“, erklärte er. Bill sah ihn einen Moment lang an; er hatte Tränen in den Augen. Dann lächelte er. „OK, dann noch mal von vorne: willst du mit mir gehen?“, fragte er grinsend und wischte sich die Tränen aus den Augen. „Ja.“, antwortete Georg lächelnd, und sie küssten sich.
Die vier Jungs waren im Backstagebereich, auf dem Weg zur Bühne. Sie lachten und alberte herum. Georg hatte seinen Arm um Bill gelegt. Plötzlich bemerkte Georg, dass sich seine Schuhbänder gelöst hatten. Er blieb stehen und liess Bill los. „Geht schon mal, ich komme gleich nach.“, meinte er und ging in die Knie, um die Schuhe zu binden. Er sah Tom und Gustav um eine Ecke verschwinden. Bill drehte sich noch einmal um und lächelte ihm zu. Georg hatte inzwischen seine Schuhe gebunden und stand auf. Bill wartete auf ihm. Er wollte zu ihm gehen, doch so sehr er sich auch anstrengte, er kam nicht vom Fleck. Währenddessen tauchte ein schwarzer Schatten hinter Bill auf, und eine Hand legte sich auf seine Schulter. Jimmy! „Bill, pass auf!“, wollte Georg rufen, doch es kam kein Ton über seine Lippen. Noch immer konnte er sich nicht bewegen. Inzwischen hatte auch Bill Jimmy hinter sich bemerkt. Er versuchte, wegzurennen, doch Jimmy hielt ihn fest und begann, ihn zu schlagen, wieder und wieder. Bill schrie vor Schmerz, doch Jimmy liess nicht von ihm ab, auch nicht, als er leblos auf dem Boden lag. Georg wollte um Hilfe rufen, doch noch immer kam kein Ton über seine Lippen. Schliesslich liess Jimmy von Bill ab und sah zu Georg. Er grinste. „Das hast du nun davon. Du hast ihn umgebracht.“, sagte er und lachte laut, während er sich umdrehte und verschwand. Das Lachen hallte durch die Gänge, ebenso Jimmys letzte Worte. Endlich konnte sich Georg bewegen, und er rannte zu Bill und kniete sich vor ihm. Bills Gesicht war weiss, die Augen weit aufgerissen. Er atmete nicht, und auch den Puls konnte Georg nicht fühlen. Wieder konnte er Jimmys Stimme hören. „Er ist tot. Und du bist Schuld daran!!“ Schweissgebadet schreckte Georg hoch. Er brauchte einige Sekunden, bis er begriff, dass alles nur ein Traum gewesen war. Neben ihm bewegte sich etwas, und das Licht ging an. „Was ist los, Süsser?“, murmelte ein verschlafener Bill und umarmte Georg. „Gar nichts. Hab nur ziemlichen Mist geträumt.“, erklärte er und legte sich wieder hin. Bill drückte ihn an sich. „Wieder von Jimmy?“ Georg nickte. „Georg, der Typ kann uns nichts mehr tun, er ist weggesperrt, für die nächsten paar Jahre zumindest.“, sagte Bill und schmiegte sich an Georg, „Lass uns weiterpennen, ja?“ Georg nickte, und Bill löschte das Licht. Bereits nach wenigen Minuten war Bill wieder eingeschlafen. Georg jedoch lag noch lange wach im Bett. Es waren bereits einige Wochen vergangen, seit Jimmy festgenommen worden war. Er hatte keine Schmerzen mehr, die blauen Flecken waren verschwunden. Nur die Angst blieb. Angst, dass Jimmy irgendwie rauskommen würde und Bill etwas antun könnte. Er liess Bill kaum noch aus den Augen, um ihn nötigenfalls beschützen zu können, falls wirklich jemals etwas passieren würde. Bill und die anderen hielten diese Sorge für unbegründet, doch er nahm Jimmys Drohungen noch immer sehr ernst und war bereit, für Bill sein Leben aufs Spiel zu setzen. Der Wecker klingelte, und es kam Georg vor, als hätte er überhaupt nicht geschlafen. Er drehte sich noch einmal um und steckte seinen Kopf unters Kopfkissen, um noch ein wenig zu dösen. Plötzlich fühlte er, wie sich sein T-Shirt hob und jemand mit den Fingerspitzen sanft über seinen Rücken strich. Georg bekam eine Gänsehaut. Gleich darauf fühlte er Bills Lippen etwas unterhalb seines linken Schulterblatts, während seine Hände nach oben strichen und bei Georgs Schultern liegen blieben. Georg zog seinen Kopf unter dem Kissen hervor und drehte sich vorsichtig auf den Rücken. Sogleich fühlte er Bills Lippen auf seinen, und er öffnete den Mund einen kleinen Spalt. Ihre Zungen trafen sich, und Georg begann, Bills Zungenpiercing zu umspielen. Er packte den Saum von Bills T-Shirt und zog es ihm über den Kopf. Bill befreite Georg ebenfalls von seinem T-Shirt und strich sanft über dessen Brust. Bill löste seine Lippen von Georgs und saugte sich leicht an seinem Hals fest. Dann küsste er sich hinunter zu Georgs Brust und strich mit seiner Zunge über dessen Brustwarze. Georg stöhnte leise, seine Hände krallten sich in Bills Schultern. Bills Lippen liessen währenddessen von Georgs Brust ab, wanderten hinunter zu seinem Bauchnabel, wo sie für einen Moment liegen blieben. Bills Hände strichen an Georgs Seiten entlang hinunter, stoppten am Bund von Georgs Boxershorts. Bill zögerte einen Augenblick und sah Georg in die Augen. Dieser nickte. Vorsichtig nahm Bill den Bund von Georgs Boxershorts und zog sie langsam hinunter. Er legte seine wieder Lippen auf Georgs Bauch und küsste sich langsam abwärts. Georg seufzte leise. Bills umschloss mit seinen Lippen vorsichtig Georgs Erregung, mit der Zunge strich er über deren Spitze. Er hörte, wie der Atem seines Freundes schneller ging. Georgs Hände vergruben sich in Bills Haaren. Bills Hände strichen währenddessen wieder über Georgs Oberkörper. Als er bemerkte, dass Georg seinem Höhepunkt näher und näher kam, liess er von dessen besten Stück ab und küsste sich langsam wieder nach oben. Georg zog ihn an sich und küsste ihn stürmisch. Seine Hand wanderte ohne Umschweife in Bills Boxershorts. Er umschloss Bills bestes Stück und rieb sanft daran. Bill stöhnte in den Kuss, worauf Georg etwas fester zupackte. Mit der anderen Hand befreite er Bill von den Boxershorts. Bill keuchte leise. Er begann, sanft über Georgs Glied zu streicheln, wodurch Georgs Atem schneller wurde. Schliesslich rollte sich Bill auf Georg. Er küsste ihn wild und bewegte sein Becken gegen Georgs. Nach wenigen Minuten erreichten sie gemeinsam ihren Höhepunkt. Eine Zeit lang lagen sie nur da, hörten zu, wie ihre Herze klopften und sich ihr Atem beruhigten. Georg hatte seine Arme um Bill gelegt. Schliesslich liess sich Bill neben Georg fallen und kuschelte sich an ihn. „Ich glaube, wir sollten wohl langsam aufstehen.“, meinte er leise. „Ja.“, meine Georg lächelnd und stand auf. Er streichelte Bill sanft über die Wange. „Ich geh duschen, kommst du mit?“, fragte er grinsend. „Klar!“, antwortete Bill lachend und liess sich von Georg auf die Beine ziehen. Eng umschlungen verschwanden sie im Badezimmer.
Eine halbe Stunde später kamen die Beiden Hand in Hand in den Speisesaal. Gustav und Tom waren noch nicht da, und auch sonst waren erst wenige Leute am Frühstücken. Da das nächste Konzert in der Schweiz stattfinden würde, mussten sie rechtzeitig aufbrechen, da die Fahrt ungefähr sechs Stunden dauerte. Die beiden setzten sich an einen freien Vierertisch und holten sich Frühstück. Danach setzten sie sich an den Tisch und begannen zu essen. Georg beobachtete, wie Bill sein Brötchen verschlang. Seine noch feuchten Haare hingen ihm ins Gesicht. Er schaute auf und lächelte Georg zu. Dieser lächelte zurück. Georg schnitt sein Brötchen in zwei hälften und begann, Butter darauf zu schmieren, wobei Bill ihn beobachtete. Georg sah ihn an, und sie prusteten los. „Was geht denn hier ab?“, kam plötzlich eine Stimme vom Ende des Tischs. Georg und Bill schauten herum und erblickten Tom, welcher die Beiden seinem Blick nach zu schliessen für nicht mehr ganz dicht hielt. Kurz darauf erschien Gustav neben ihm. „Morgen!“, meinte er fröhlich und setzte sich auf den freien Stuhl neben Georg. „Morgen.“, antwortete Georg. Gustav und Tom nahmen ihre Teller und holten sich ebenfalls etwas zu essen, während Bill und Georg noch immer grinsend weiterassen. Eine Stunde später sassen die vier im Tourbus. Tom hatte die Kopfhörer seines iPods in den Ohren und schaute ein wenig aus dem Fenster. Gustav, der neben ihm sass, hörte ebenfalls Musik und spielte auf seiner PSP. In der hinteren Sitzreihe schlief Bill. Er hatte sich hingelegt und seinen Kopf auf Georgs Schoss platziert. Er schlief tief und fest und bekam nicht mit, dass Georg ihm sanft durch die Haare streichelte. Nach einer Weile döste Georg ebenfalls ein. Sie standen auf der Bühne; tausende von Fans jubelten und schrieen. Gerade spielten sie Frei im Freien Fall, und Bill stand ganz vorne am Steg und sang. Georg liess seinen Blick durch die Menge schweifen und entdeckte mit einem Mal einen roten Lichtstrahl, welcher auf Bill zeigte, der sich gerade in seine Richtung drehte, hinterliess. Georgs Blick folgte dem roten Licht und stellte fest, dass es zum Zielfernrohr eines Gewehres gehörte. Der Mann, der es in der Hand hielt, trug eine schwarze Kapuze, und sein Finger betätigte gerade den Abzug. Ein Knall war zu hören. Bills Gesicht war blutbespritzt; sein Lächeln erstarb. Die Kugel hatte seine Brust getroffen, und Bill drückte verwirrt seine Hand auf die Wunde. Mit einem Mal wurde er bleich. In der Halle herrschte Stille, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören. Bills Beine begannen zu zittern, und er fiel zu Boden. Georg liess den Bass fallen und wollte losrennen, doch wieder konnte er sich nicht bewegen… „Georg! Was ist los, Mann?“ Verwirrt öffnete Georg die Augen und sah in Bills besorgtes Gesicht. Hatte er alles nur geträumt? Ja, es war wohl so. „Du hast plötzlich angefangen zu schreien.“, erklärte Gustav, welcher sich zu ihm nach hinten gedreht hatte. „Ach, ich habe nur Mist geträumt.“, erklärte er und sah aus dem Fenster. Er fühlte Bills Hand auf seiner Schulter. „Wieder von Jimmy?“ Georg schüttelte den Kopf. „Nicht direkt. Ich habe diesmal das Gesicht nicht erkannt.“, erklärte er. Bill legte seinen Kopf auf Georgs Schulter. „Mach dir keine Sorgen, mir wird schon nichts passieren.“, meinte er und nahm Georg in den Arm. Georg nickte. Er würde es zumindest versuchen, auch wenn seine Träume dafür nicht gerade die beste Voraussetzung waren… Doch Bill schaffte es, ihn von seinen Sorgen abzulenken. Sie begannen, sich zu unterhalten und herumzualbern, und einige Stunden später erreichten sie auch schon die Konzerthalle in Sursee. Als erstes wurden die vier Jungs in ihre Garderobe gebracht, wo sie sich auf das Konzert vorbereiteten und warm spielten. Einige Minuten vor dem Konzert erinnerte sich Georg wieder an seinen Traum. Was, wenn wirklich jemand im Publikum wäre und Bill angreifen würde? Oder ihn auf dem Weg zur Bühne überfallen, wie in Georgs anderem Traum? „Hallo? Georg? Hörst du mich?“ Tom fuchtelte mit seiner Hand vor Georgs Gesicht herum. Georg zuckte zusammen. „Wir müssen zur Bühne, oder soll das Konzert ohne dich beginnen?“, meinte er grinsend. „Oh, klar…“ Georg stand auf und folgte Tom aus der Garderobe. Bill und Gustav waren bereits verschwunden. Sie gingen durch die Gänge in den Bereich hinter der Bühne. Bill lächelte ihm zu, doch er schaffte es nicht, zurückzulächeln. Zu viele Ängste schwirrten in seinem Kopf herum. Er bekam seinen Bass in die Hände gedrückt und ging auf die Bühne. Das Konzert begann. Georg liess seinen Blick durch die Menge schweifen, konnte aber weder einen roten Lichtstrahl noch eine vermummte Gestalt mit einem Gewehr entdecken. Beruhigt konzentrierte er sich auf seinen Bass. In den Augenwinkeln beobachtete er Bill, und er lächelte leicht. Georg liess seinen Bass ausklingen und sah zu Bill, welcher am vorderen Ende der Bühne stand und sich ein Mädchen aussuchte, welches mit ihm „Schrei“ zu Ende singen würde. Georg beachtete lächelnd, wie er am Bühnenrand hin und her ging und schliesslich ein Mädchen auswählte. Schliesslich war seine Entscheidung gefallen, und er holte ein recht kleines, zierliches Mädchen mit halblangen braunen Haaren zu sich auf die Bühne. Sie lächelte schüchtern. Gemeinsam sangen sie das Lied zu Ende. Als das Mädchen Bill zum Abschied umarmte, sah Georg etwas in ihrer Hand aufblitzen. Bestimmt hielt sie ein Messer oder irgendwas Ähnliches in der Hand… Doch das Mädchen entfernte sich von Bill, und Georg bemerkte, dass es lediglich ein Fingerring des Mädchens war, in dem sich das Licht gespiegelt hatte. Er atmete auf. Bill drehte sich um und zwinkerte ihm zu. Georg lächelte erleichtert zurück und konzentrierte sich wieder auf seinen Bass. Ich bin so ein Idiot… Jimmy ist im Gefängnis… Wie soll er Bill was antun? Ich sollte mir nicht so viele Sorgen machen… Georg vergass seine Sorgen nun endgültig und konnte das Ende des Konzerts geniessen. Sie gingen hinter die Bühne, und er hatte ein zufriedenes Lächeln im Gesicht. Auch Bill strahlte übers ganze Gesicht. In der Garderobe fiel er Georg überglücklich um den Hals. Dieser sah ihn lächelnd an und küsste ihn. „Siehst du? Mir ist nichts passiert! Du hast dir ganz umsonst Sorgen gemacht.“, meinte Bill lächelnd und strich Georg eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Georg nickte. Sie begannen ihre Sachen zusammenzupacken und stiegen dann in den Tourbus, um zum Hotel zu fahren. Noch immer herrschte eine tolle Stimmung. Die Fahrt zum Hotel dauerte ungefähr 10 Minuten, und beim Eingang warteten bereits ein kleine Menge Fans. Die Jungs stiegen aus dem Wagen. Sofort wurden sie von den Fans in Beschlag genommen, mussten Autogramme geben, wurden Fotografiert und unterhielten sich mit ihnen. Georg drehte sich einen Moment um und liess seinen Blick über die langsam kleiner werdende Fanmenge schweifen. Sein Gesicht wurde ernst. Noch einmal schaute er sich um. Verdammt, wo ist Bill?!
Georg ging ein wenig umher, um nachzuschauen, ob er Bill vielleicht doch nur übersehen hatte. Doch er konnte ihn nirgends entdecken. „Tom!“ Georg kämpfte sich durch die Mädchen, welche vor Bills Bruder regelrecht Schlange standen. Tom blickte auf und schob das Mädchen, dem er gerade ein Autogramm gegeben hatte, etwas unsanft zur Seite. Er bemerkte Georgs verzweifeltes Gesicht und kam ihm entgegen. „Was ist los?“, fragte er. „Bill ist weg!“ „Was?“ Tom sah ihn ungläubig an. „Komm mit!“, meinte er dann und zog Georg, den er am Arm gepackt hatte, mit sich. Am Rande der Menge standen die Bodyguards und schienen nicht sonderlich auf die Jungs zu achten. Als Tom und Georg auf sie zukamen, sah einer auf und kam ihnen entgegen. „Was ist los?“, fragte er und sah die beiden besorgt an. „Bill ist weg.“, meinte Tom, „Habt ihr ihn irgendwie weggehen sehn?“ Der Bodyguard schüttelte den Kopf und wandte sich an seine Kollegen, welche bisher still neben ihnen gestanden hatten. Doch auch diese schüttelten den Kopf. „Wasn los?“ Mit einem fragenden Gesichtsausdruck stand plötzlich Gustav hinter ihnen. „Bill ist weg.“, erklärte Tom. „Wie weg?“ Gustav sah sie verwirrt an. „Na weg, verschwunden! Er hat sich in Luft aufgelöst.“, meinte Tom. Gustav schien den Ernst der Lage noch immer nicht wirklich zu begreifen, und auch die Bodyguards nahmen die Sache nicht ernst. Georg sah Tom verzweifelt an, worauf dieser- nicht weniger verzweifelt- nach seinem Handy griff und Bills Nummer wählte. Georg sah ihn erwartungsvoll an. Nach einiger Zeit legte Tom auf und zuckte mit den Schultern. „Es klingelt, aber er geht nicht ran…“, erklärte er verstört. „Und was jetzt?“, mischte sich Gustav ein, der inzwischen wohl auch begriffen hatte, was passiert war. „Wir müssen ihn suchen!“, meinte Georg panisch. Tom und Gustav nickten. „Aber wo?“ Ungefähr im selben Moment, als die Bandmitglieder Bills Verschwinden bemerkten, wachte dieser in völliger Dunkelheit auf. Er rieb seinen Kopf. Im ersten Moment wusste er nicht, wo er war geschweige denn wie er an diesem Ort gelandet war. Er richtete sich auf, seine Augen gewöhnten sich langsam an die Dunkelheit. Er hörte seltsame Geräusche und konnte sie im ersten Moment nicht zuordnen, doch dann fiel ihm ein, dass es sich anhörte wie auf der Autobahn. Doch wie kam er auf die Autobahn?!? Er war doch gerade eben noch mit Georg und den anderen vor dem Hotel gestanden… Und plötzlich war ihm schwarz vor Augen geworden… Plötzlich konnte er eine Stimme hören. Er war sich inzwischen ziemlich sicher, dass er sich im Inneren eines Lieferwagens befand. Schnell drückte er sein Ohr an die Trennwand. „…Ja, ich habe den Jungen, den Jimmy haben wollte… Nein, wir sind erst kurz nach der Grenze, ein Glück dass sie nicht kontrolliert haben… Keine Ahnung, er war K.O., als ich ihn mitgenommen habe… Nein, keine Angst! Er hat sich wohl ein wenig den Kopf gestossen, aber mehr nicht…“ Bill hörte den Mann lachen. Er tastete sich zu seiner Hosentasche und holte sein Handy hervor. Tom hatte versucht, ihn anzurufen; sie hatten wohl bemerkt, dass er verschwunden war… Er drückte auf einen Knopf seines Handys, um Tom zurückzurufen, doch bereits nach dem ersten Klingeln gab sein Handy ein piepsendes Geräusch von sich; der Akku war leer. „Verdammt.“, murmelte Bill und versuchte, sein Handy wieder zu beleben. Doch dazu hatte es zu wenig Energie. Bill steckte es wieder in seine Hosentasche und presste sein Ohr wieder an die Trennwand, doch der Fahrer schwieg; nur das Gedudel des Radios war zu hören. Bill seufzte und legte sich wieder auf den Boden. Langsam bekam er Angst. Was würde mit ihm passieren? Georg, Tom, Gustav und die Bodyguards hatten jeden Winkel in- und ausserhalb des Hotels abgesucht- ergebnislos. Tom hatte Bills Rückruf bemerkt und noch einmal versucht, ihn anzurufen. Doch er war direkt beim Anrufbeantworter gelandet… Völlig verzweifelt sassen Georg, Gustav und Tom nun in Georgs Zimmer auf dem Bett. „Ich hätte es wissen müssen.“, meinte Georg verzweifelt, „Ich habe immer auf ihn aufgepasst, vor dem Konzert, nach dem Konzert… Und als da nichts passiert ist, hab ich ihn aus den Augen gelassen…“ Eine einzelne Träne lief über seine Wange, und er starrte auf seine Knie. „Wir hätten alle auf ihn aufpassen sollen, nach alldem was passiert ist.“, meinte Tom geknickt und legte Georg die Hand auf die Schulter. Gustav nickte. „Wenn ihm irgendwas zustösst, verzeih ich mir das nie…“, meinte Georg und vergrub sein Gesicht in seinen Händen. Er versuchte nun nicht mehr länger, seine Tränen zurückzuhalten.
Stunden später und tausende Kilometer vom Rest der Band entfernt fand sich Bill auf dem sandigen Boden einer völlig finsteren Holzhütte wieder. Die Luft war stickig. Es roch nach Tieren, vermutlich war es ein alter Stall. Er rieb sich die Augen und sah sich um, konnte jedoch kaum etwas erkennen. Einzig unter der Tür drang ein Streifen Licht herein, welcher darauf schliessen liess, dass draussen die Sonne schien. Bill fuhr sich mit den Händen durch die Haare, in denen sich einige Strohhalme verfangen hatten. Es war heiss in der Hütte, er wischte sich den Schweiss von der Stirn. Langsam rappelte er sich auf, ihm war leicht schwindlig und sein Kopf dröhnte. Er stand einen Moment hilflos im Raum, bevor er langsam zur Tür ging. Wie war er hier rein gekommen? Und vor allem, würde er wieder rauskommen? Er tastete die Tür ab, in der Hoffnung einen Riegel oder etwas Ähnliches zu finden. Ergebnislos. Verzweifelt ging er einige Schritte zurück und liess sich wieder auf den Boden sinken. Was hatte dieser Typ mit ihm vor? Würde er hier je wieder lebendig rauskommen? Georg und die anderen jemals wieder sehen? Er bekam es mit der Angst zu tun. Er tastete in der Hosentasche nach seinem Handy, holte dieses heraus und wollte es einschalten. Das Display leuchtete auf, und Bill schöpfte neue Hoffnung. Doch dann piepste das Telefon ein paar Mal, die Nachricht „Akku laden“ erschien, und es wurde wieder dunkel im Raum. Seufzend legte Bill das Handy neben sich auf den Boden. Er fuhr sich mit den Händen durch die Haare. Seine Augen hatten sich inzwischen an die Dunkelheit gewöhnt. Plötzlich hörte Bill Schritte, welche näher kamen, gleich darauf wurde irgendwas an der Tür gemacht, und sie schwang quitschend zur Seite. Bill hielt sich die Hand vor die Augen, um nicht von der durch die Tür scheinende Sonne geblendet zu werden. Mit dem öffnen der Tür schien die Temperatur im innern der Hütte noch um einige Grad anzusteigen. Die Schritte kamen ins Innere der Hütte, und Bill nahm die Hand von den Augen, da nun eine grosse und nicht gerade schlanke Gestalt im gleissenden Sonnenlicht stand. Die Tür der Hütte fiel ein Stück zu, sodass gerade noch genügend Licht da war, um etwas erkennen zu können. Vor Bill stand ein schmuddeliger Mann, schätzungsweise um die 40 und nicht besonders gepflegt. Bill sass vor ihm am Boden und war mit einem Mal unfähig, sich zu rühren. Der Mann ging neben ihm in die Knie und grinste. „Jimmy hat mir gar nicht erzählt, dass du so hübsch bist.“, meinte er und strich Bill mit seinen Wurstfingern über die Wange. Bill drehte seinen Kopf zur Seite. „Fassen sie mich nicht an!“, schrie er und schlug die Hand des Mannes zur Seite. Dieser packte Bills Handgelenk, noch immer grinsend. Er legte seine Hand auf Bills Oberschenkel. „Weißt du, eigentlich habe ich den Auftrag, dich zu töten. Aber wer sagt, dass wir vorher nicht noch ein wenig Spass haben dürfen?“ Er liess seine Hand über Bills Oberschenkel gleiten. Sofort begann Bill, sich zu wehren, schlug wild um sich, wodurch der Mann noch sein anders Hangelenk zu Fassen bekam. Er drückte Bill zu Boden. Bill konnte seinen Atem in seinem Gesicht fühlen. „Je weniger du dich wehrst, umso schneller ist es vorbei…“, flüsterte er und kletterte über Bill. Dieser reagierte jedoch sofort und rammte sein Knie in die Weichteile seines Entführers. Dieser stöhnte vor Schmerz auf und liess Bills Handgelenke los. Sofort sprang Bill auf und lief aus der Hütte. Wieder wurde er vom Sonnenlicht geblendet, er rannte quasi blind durch die Gegend. Er rannte so schnell er konnte, keuchte und bekam kaum noch Luft. Bereits nach wenigen Metern bekam er starkes Seitenstechen, rannte aber dennoch weiter. Weit hinter sich konnte er einen wütenden Schrei hören, was ihn noch einmal etwas schneller rennen liess. Langsam gewöhnten sich seine Augen an die Sonne, und als er kurz zurück sah, stellte er fest, dass die Hütte bereits nicht mehr zu sehen war. Durch sein Davonstürmen war er irgendwo in einer wüstenähnlichen Landschaft gelandet. Die Hand in die Seite gepresst und schwer atmend ging er weiter, immer auf der Hut, um im Notfall wieder loszurennen. Nach ungefähr zehn Minuten kam er zu einer Strasse, welche durch diese ziemlich ausgetrocknete Gegend führe. Ein Auto kam herangefahren, und Bill rannte wild fuchtelnd auf die Strasse. Der Wagen bremste ab, und mit einem Mal wurde Bill klar, wie leichtsinnig sein Verhalten war und dass er jetzt seinem Entführer direkt in die Arme laufen könnte. Doch er hatte Glück.
Der Fahrer des Wagens setzte den Blinker und fuhr an den rechten Rand. Sofort sprang der Fahrer, ein junger Mann mitte zwanzig, aus dem Wagen und rannte auf Bill zu, welcher sich aufgrund der Anstrengung und der Hitze kaum noch auf den Beinen halten konnte und kurz davor war, zusammenzuklappen. Der Junge Mann nahm ihn an den Schultern und begann, in einer fremden Sprache auf ihn einzureden. „Äh, was?“, murmelte Bill. Der Fahrer sah ihn schief an und überlegte einen Moment. „Do you speak english?”, fragte er dann. Bill nickte sofort. „Can you bring me to the next city?”, fragte er mit heiserer Stimme. Er hatte keine Ahnung, ob das, was er gerade zusammengeschwafelt hatte, irgendeinen Sinn ergab, doch der Mann schien zu verstehen. Er nickte und führte Bill zur Beifahrerseite seines Fahrzeugs. Erleichtert liess sich Bill in den Sitz fallen. Der Mann stieg auf der Fahrerseite ein und sah Bill besorgt an. Obwohl ihm seine Neugier anzusehen war, stellte er Bill keine Fragen und hielt ihm stattdessen eine noch fast volle Wasserflasche hin, welche Bill dankend annahm und ohne einmal abzusetzen leer trank. „Thank you!“, sagte er und liess die leere Flasche auf den Boden fallen. Der Mann lächelte nur und startete den Wagen. Nachdem Bill sich einige Minuten erholt hatte, begann er sich, so gut es sein Englisch zuliess, mit dem Mann zu unterhalten und erfuhr so, dass er im Süden Spaniens gelandet war. Die Fahrt in die nächste Stadt dauerte ungefähr eine halbe Stunde. Der Mann setzte Bill beim nobelsten Hotel der Stadt ab und fuhr dann weiter. Erleichtert begab sich Bill zur Anmeldung und nahm sich ein Zimmer, wobei er allerdings ziemlich schief angeschaut wurde. Die Empfangsdame konnte zum Glück deutsch, weshalb alles kein Problem war. Als nach wenigen Minuten alles geregelt war, fuhr Bill mit dem Lift in den dritten Stock und schloss die Zimmertür auf. Er betrat das Zimmer, legte Handy und Brieftasche irgendwo hin und warf sich aufs Bett. Mit einem Mal wurde ihm klar, wieviel Glück er eigentlich gehabt hatte, und er begann zu zittern. Tränen liefen über sein Gesicht. Er sass also ganz alleine irgendwo in Spanien, während zu Hause bestimmt bereits Panik ausgebrochen war, weil er plötzlich verschwunden war. Er rappelte sich auf und sprang erstmal unter die Dusche. Er war froh, den Dreck und Schweiss endlich wegspülen zu können. Danach wickelte er sich in einen Bademantel und setzte sich aufs Bett. Sein Blick fiel auf das Telefon, welches auf dem Nachttisch stand. Wieder zitterte er leicht, als er den Hörer abhob und eine Nummer wählte. Georg sass auf dem Bettrand, die gepackte Tasche neben sich auf dem Boden. Er hatte die Ellenbogen auf die Knie gestützt und das Gesicht in den Händen vergraben. Heute würde er mit Tom und Gustav zurück nach Magdeburg fahren. Von Bill, welcher inzwischen zwei Tage verschwunden war, gab es noch immer kein Lebenszeichen. Ganz Deutschland suchte nach ihm, bisher vergebens. Ich würde es nicht verkraften, wenn ihm irgendwas passieren würde… Und ich wäre Schuld daran… Es klopfte an die Zimmertüre, und gleich darauf kam Tom ins Zimmer. Er hatte dunkle Ringe unter den rotgeweinten Augen und war bleich im Gesicht. Georg sah kurz auf und senkte seinen Blick dann wieder. Tom setzte sich neben ihn auf den Bettrand. Beide sagten kein Wort, als Georg plötzlich fühle, wie sein Handy in der Hosentasche vibrierte. Eher zwanghaft holte er es hervor und sah auf den Display, auf dem eine unbekannte und scheinbar ausländische Telefonnummer angezeigt wurde. Einen Moment lang spielte Georg mit dem Gedanken, den Anrufenden einfach wegzudrücken, doch dann klappte er sein Handy auf und hielt es sich ans Ohr. „Ja?“ „Georg?“ „BILL!?!” Georg sprang auf, „Scheisse Mann, wo bist du?!?“
Im nu war das gesamte Hotel auf den Beinen. Endlich ein Lebenszeichen vom verlorengeglaubten Superstar. Georgs Handy wurde herumgereicht, jeder wollte mit Bill reden. In Windeseile wurde alles zusammengepackt, um nach Spanien zu fahren und Bill abzuholen. Neben dem Management, Bills Familie, Georg und Gustav machten sich auch ein Fernsehteam und zahlreiche Fotografen bereit, um nach Spanien aufzubrechen. Am liebsten wäre Georg sofort losgefahren, doch das Management war der Meinung, dass es auch genügen würde, die Reise am nächsten Morgen zu starten. In der darauffolgenden Nacht machte Georg wieder kein Auge zu. Diesmal allerdings nicht aus Sorge, sondern aus Vorfreude und Aufregung. Tom und Gustav hatten sich zu ihm ins Zimmer gesellt, und sie redeten fast die gesamte Nacht durch. Auf der fast zehnstündigen Fahrt am nächsten Tag würden sie noch genügend Zeit zum Schlafen haben. Um drei Uhr morgens klingelte Georgs Wecker, und die drei quälten sich aus dem Bett. Sie zogen sich an, stylten sich und gingen dann kurz vor vier Uhr hinunter in die Lobby, wo sie bereits erwartet wurden. Sie setzten sich in den Van, und der Fahrer startete den Wagen. Bereits nach kurzer Zeit war Georg eingeschlafen und wachte erst wieder auf, als sie längst die spanische Grenze überquert hatten und Bills Aufenthaltsort immer näher kamen. Bill sass währenddessen wie auf glühenden Kohlen. Er ging im Zimmer, welches er nicht verlassen durfte, auf und ab. Noch immer trug er den Bademantel, da er ja keine sauberen Kleider zum wechseln hatte. Er telefonierte kurz nach Mittag noch einmal mit Georg, welcher zu diesem Zeitpunkt noch ungefähr zwei Stunden von ihm entfernt war. Georg liess sich die ganze Geschichte im Detail erzählen, wofür am Abend zuvor zu wenig Zeit geblieben war. Er versuchte auch, Georg von seinen Vorwürfen gegen sich selber abzubringen, doch er wusste, dass es wohl hoffnungslos war. Nach etwa 45 Minuten verabschiedete er sich von Georg und sprang noch einmal kurz unter die Dusche. Langsam wurde auch Georg ungeduldig, wie ein kleines Kind fragte er alle paar Minuten, wie lange sie noch fahren müssten; inzwischen reagierte der Fahrer schon gar nicht mehr darauf. Schliesslich erreichten sie endlich die Stadt, in der sich Bill aufhielt. Vor dem Hotel warteten bereits viele Fotografen und Reporter auf ihre Ankunft, doch die Bodyguarts brachten sie ins Innere des Hotels, ohne dass sie auch nur eine Frage beantworten mussten. Sofort stürmten Georg, Tom und Gustav die Treppe hoch und klopften an Bills Zimmertür, welche gleich darauf aufgerissen wurde. Bill und Georg fielen einander um den Hals, Tränen der Erleichterung und des Glückes im Gesicht. „Es tut mir Leid, es tut mir so Leid…“, flüsterte Georg immer wieder, während Bill ihm beruhigend über den Rücken streichelte. „Ist doch alles in Ordnung.“, versuchte er ihn zu beruhigen, was nach einer Weile auch zu funktionieren schien. Schliesslich lösten sich die Beiden voneinander, und Bill begrüsste seine Familie, Gustav und das Management. Schliesslich zogen sich die Leute langsam in ihre Hotelzimmer zurück, und Georg war der letzte, welcher noch bei Bill im Zimmer war und auch dort bleiben würde. Eng umschlungen lagen sie zusammen im Bett, überglücklich, das sie endlich wieder zusammen waren. Inzwischen war es natürlich kein Geheimnis mehr, dass sie zusammen waren, doch die Öffentlichkeit hatte es zum Glück recht gut aufgenommen. Natürlich hatten sie nicht vor, nun in aller Öffentlichkeit rumzuknutschen, doch wenigstens würde ihnen in Zukunft die Heimlichtuerei erspart bleiben. Nach einer Weile begann Bill zu gähnen und konnte kaum noch die Augen offen halten. Georg lächelte ihn an und strich ihm eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Wollen wir schlafen? Wir haben morgen noch eine lange Fahrt vor uns.“, sclug er vor. Bill nickte müde, und sie kuschelten sich unter die Decke. Georg schaltete das Licht aus, und sie kuschelten sich eng aneinander. „Ich liebe dich.“, flüsterte Bill und küsste Georg sanft auf die Stirn. Dieser sah Bill ernst an. „Ich liebe dich auch Bill, nur dich. Und ich würde auch alles für dich tun, nur damit du glücklich bist. Und ganz egal was auch passiert, ich werde immer bei dir sein, für dich da sein. Nur für dich.“ Bill liefen vor Rührung einige Tränen über die Wangen. Er kuschelte sich so fest wie möglich an Georg, zog ihn fest an sich und schlief schliesslich ein.
Am nächsten Morgen wurden die Beiden durch ein Klopfen an der Tür geweckt. Sie standen auf, zogen sich an und gingen schliesslich hinunter in den Speisesaal, um zu frühstücken. Es herrschte eine lockere Stimmung, alle waren fröhlich und gut gelaunt. Doch Georg hatte ein mulmiges Gefühl, irgendwie dachte er, dass noch etwas passieren würde. Geistesabwesend sass er vor seinem Teller, ohne bisher etwas gegessen zu haben. Bill bemerkte, dass mit seinem Freund irgendetwas nicht stimmte und legte ihm die Hand auf die Schulter. Georg drehte seinen Kopf zu ihm. „Was ist los?“, fragte Bill und sah ihn besorgt an. Georg erzählte ihm von seinem Gefühl, doch er lachte nur. „Mach dir keine Gedanken! Was sollte jetzt schon noch passieren?“, meinte er aufmunternd. Georg nickte und wendete sich seinem Teller zu. Er hoffte, dass Bill Recht hatte, doch seine Gefühle hatten ihn bisher selten getäuscht… Nach dem Frühstück gingen sie wieder hinauf in ihre Zimmer, um ihre Sachen zusammenzupacken, um dann die Rückreise anzutreten. Eine Stunde später versammelten sich alle unten in der Lobby. Georg wurde aus unerklärlichen Gründen immer nervöser. Er schaute sich kritisch um, konnte aber nichts aussergewöhnliches entdecken. Dann war es an der Zeit, aus dem Hotel zu gehen und zurückzufahren. Die Fotografen und das Kamerateam hatten sich vor der Hoteltür versammelt. Georgs Nervosität stieg, als sie die Treppe hinunter stiegen. Die Fotografen schossen ein Foto nach dem anderen, einen Moment lang war nur noch das Klicken der Kameras zu hören. Doch mit einem Mal war dieses für Georg wie ausgeschaltet. Er hörte sein Herz laut schlagen, dazu seine und Bills Schritte, alles andere war wie ausgeblendet. Mit einem Mal vernahm er ein Klicken, so laut, als ob es direkt neben ihm wäre. Es hörte sich an wie wenn jemand einen Revolver lud. Blitzschnell blieb Georg stehen und drehte er seinen Kopf in die Richtung, aus der das Geräusch kam. Ein Mann stand ungefähr 50 Meter von ihnen entfernt, eine Pistole in der Hand, und zielte auf Bill. Trotz der Entfernung konnte Georg jede seiner Bewegungen erkennen. Er bemerkte, wie er langsam den Abzug betätigte. Der Schuss löste sich. Alles um Georg herum schien sich nur noch in Zeitlupe bewegen. Georg riss seinen Kopf herum, er sah in Bills fragendes Gesicht. Dieser war stehen geblieben, stand nur wenige Schritte von Georg entfernt. Georg sah die Kugel auf Bill zufliegen, er sprang nach vorne, packte ihn und warf ihn zu Boden. Noch während sie fielen, fühlte er einen stechenden Schmerz in seiner Brust. Schwer atmend blieb er auf dem Boden liegen. Nun schien sich wieder alles um ihn herum im Normaltempo zu bewegen. Er vernahm erschrockene Aufschreie. Ein erneuter Schuss, diesmal allerdings von einem Bodyguard abgefeuert. Mit einem Mal tauchte Bills Gesicht über seinem auf. „Georg! Nein…“ . Alle Farbe war aus Georgs Gesicht gewichen, Blut floss aus seiner Brust. Verzweifelt presste Bill die Hand auf die Wunde. Er weinte. Georg streckte zitternd seine Hand aus, strich sanft über Bills Wange. „Nicht… weinen.“, brachte er hervor und versuchte zu lächeln. Bill sah ihm verzweifelt in die Augen. „Ich habe das alles… nur für dich… getan…“, sagte Georg leise, „Ich werde… immer… bei dir sein…“ Er hustete. Bill streichelte über seine Wange. Der Glanz in Georgs Augen wurde schwächer. „Nein, bleib hier! Du kannst mich nicht alleine lassen!“, flehte Bill ihn schluchzend an. Er nahm Georgs kalte Hand. Dieser drückte mit letzter Kraft leicht zu, ein Lächeln auf den Lippen. Dann schloss er für immer die Augen.